Neue Heimseite an alter Stelle

Es war einmal…

Die gute alte Heimseite des AVO ist in die Jahre gekommen! Sie hat sich jetzt endgültig am 30. September in den Ruhestand verabschiedet. In den Tagen der Umstellung kann es aber noch ein paar Probleme geben, wir bitten daher jetzt schon um Nachsicht!

Vor allem das etwas verstaubte Äußere mit einer sehr einfachen Menüführung konnte den Bedürfnissen ihrer Leser nicht mehr ganz gerecht werden! Auch Almbauern haben, wenn sie “online” sind, ihre berechtigten Ansprüche, um schnell und verlässlich an gewünschte Informationen zu kommen. Ebenso hatten die Redakteure, die hinter dieser Seite standen, technisch ihre liebe Not die Informationen zeitnah auf die Seite zu stellen.

An dieser Stelle muss den beiden “Pionieren”, Vater und Sohn Hinterstoißer, sicher ein großer Dank für die viele Zeit und Mühe ausgesprochen werden, die sie diesem wichtigen Informationsangebot des AVO bisher gewidmet haben!

Die Neue Seite hat das AVO-Mitglied Johannes Hütz (Pensionist mit “viel Begeisterung für sinnvolles Digitales”) eingerichtet. Das redaktionelle Geschäft kann ab jetzt zunehmend und nach einer gewissen Einarbeitungszeit von der AVO-Geschäftsstelle selber übernommen werden.

Als so genannter “Administrator” (= admin) der Heimseite stehe ich auch gerne weiterhin im Hintergrund für die Technik zur Verfügung. Dies kann vor allem dann erfolgreich gestaltet werden, wenn Sie dem AVO Rückmeldung (Gästebuch?!) über diese Seite geben und weitere Verbesserungsvorschläge machen!

Ihr “avo-admin”, Johannes Hütz

Trauer um Franz Steindlmüller

Ein Nachruf von Michael Hinterstoißer:

Anfang Juni erreichte uns die Nachricht, dass Franz Steindlmüller im Krankenhaus nach längerer Krankheit gestorben ist. Mit Steindlmüller ging eine Persönlichkeit von dieser Welt, die weit über den Chiemgau hinaus im gesamten oberbayerischen Gebirgsraum bekannt und geachtet war.

Die Mitarbeit im Almwirtschaftlichen Verein Oberbayern war für den Maurer von Kraimoos, der mit der Rottauer Hinteralm und der Maureralm zwei Almen bewirtschaftete, immer schon ein leidenschaftliches Anliegen. Von 1984 bis 1991 war er Bezirksalmbauer im Almbe-zirk Aschau und von 1985 bis 1991 hatte er das Amt des 2. AVO-Vorsitzenden inne. Nach dem plötzlichen Tode des AVO-Vorsitzenden Andreas Gschwendtner übernahm er dessen Aufgaben und stellte sich 1992 für den AVO-Vorsitz zur Verfügung, den er 14 Jahre leitete. Im Alter von 70 Jahren übergab er das Zepter an seinen Nachfolger. Vom Verein wurde er für seine herausragenden Verdienste mit der Almvater-Fischbacher-Gedenkmünze in Gold ausgezeichnet und erhielt den Ehrenvorsitz.

Wortgewaltig, bestimmt und unnachgiebig

Franz Steindlmüller reihte sich nahtlos in die Riege der bisherigen Vorsitzenden ein, die sich immer als g`standene Almbauern mit großem Sachverstand und leidenschaftlichem Enga-gement für die Belange seiner Berufskollegen einsetzten. Wortgewaltig und unnachgiebig verschaffte er sich bei Politikern, Behörden und Verbänden Respekt, wenn es um die Genehmigung von Almwegen ging. Manche seiner Wortschöpfungen sind heute noch geflügelte Worte, oder wer kennt nicht die „grünen Vögel“?
In seine Zeit fielen, neben zahlreichen anderen Wegebauten, auch die Auseinandersetzun-gen um die Erschließung über den Eiskeller im Laubenstein- und Hochriesgebiet, oder die Erschließung der Lärchkogl- und Moosenalm, die er letztlich mit der ihm eigenen Hartnä-ckigkeit erfolgreich zum Abschluss brachte. Die Lebensader Weg, der Garant für eine nach-haltige Bewirtschaftung der oberbayerischen Almen, war ihm eine Herzensangelegenheit. In seine Zeit als Vorsitzender fiel der Ausbau der Behirtungsprämie auf Almen und die Miteinbeziehung der Almflächen in das System der Direktzahlungen. In einem persönlichen Ge-spräch konnte er 2006 auf der Enningalm sogar Finanzminister Kurt Faltlhauser überzeugen, dass das „Schwendprogramm“ für Almen wieder aufgelegt wurde.
Obwohl der Franz für viele Ehrenämter zur Verfügung stand, hatte die Bewirtschaftung des elterlichen Hofes und die Familie stets oberste Priorität, auch wenn die Zeit für die Familie oft recht begrenzt war. Nach dem Besuch der Landwirtschaftsschule in Rotthalmünster und dem Erwerb des Meisterbriefes bildete er insgesamt sechs Lehrlinge aus und war 23 Jahre Mitglied im Prüfungsausschuss. Er forderte und förderte seine Lehrlinge, die auf dem Maurerhof viel lernen konnten.

Heimatverwurzelt und verantwortungsvoll

Franz Steindlmüller war verwurzelt in seiner Chiemgauer Heimat und übernahm Verantwortung als Gemeinderat, als Kirchenpfleger, als Schöffe in einem Münchner Gericht, als Ausschussmitglied im VLF Rosenheim, als Vorstandsmitglied in der VZG Rosenheim Ost, als Vorstandsmitglied in der Flurbereinigungsgenossenschaft Rottau, in der Milchverwertungsgenossenschaft Grassau, als Wegevorstand bei den Rottauer Almwegen, als Ausschussmitglied beim Trachtenverein und war schließlich auch Mitbegründer der Goaßlschnoizer. Anlässlich seines 60. Geburtstages zeichnete Landwirtschaftsminister Reinhold Bocklet Steindlmüller mit dem „Bayerischen Löwen“ aus.
Im öffentlichen Leben erfolgsverwöhnt, musste Franz im familiären Bereich schmerzliche Schicksalsschläge hinnehmen, als seine erste Frau bei einem Verkehrsunfall tödlich verunglückte und er mit drei kleinen Kindern und dem Hof alleine dastand. Auch seine zwei-te Frau verlor er aufgrund eines heimtückischen Krebsleidens. Aus den beiden Ehen gingen fünf Kinder hervor und mittlerweile hatte er eine ganze Schar von Enkelkindern. Nach der Hofübergabe kümmerte sich Steindlmüller noch lange um seine Maureralm, nahm sich Zeit für den Besuch der AVO-Ausschusssitzungen, der Almbauerntage und der Almlehrkurse beim Kistlerwirt, um auch dort noch in bekannter Manier deutlich seine Meinung zu sagen.
Leider hatte Franz in den letzten Jahren mit vielen gesundheitlichen Beschwerden zu kämp-fen, die ihn in seinem Tatendrang stark einschränkten, denen er aber immer tapfer Paroli bot. Jetzt aber war seine Kraft zu Ende. Der Herrgott hat sich mit dem Franz, der im April seinen 82. Geburtstag gefeiert hat, einen fleißigen und rastlosen Almbauern geholt, der sich in der ehrenamtlichen Arbeit viele Verdienste erworben hat.
Der AVO verliert seinen Ehrenvorsitzenden, seine Familie einen sorgevollen Vater, Schwie-gervater, Opa und Bruder. Wir werden dem Franz stets ehrenvoll gedenken. Unser tiefes Mitgefühl gilt seinen Kindern mit ihren Familien.

Foto: Stefan Kloo, 2013