Herdenschutz Wolf

Das Förderprogramm “Investition Herdenschutz Wolf” gibt es seit Ende April diesen Jahres. Gefördert werden kann der Herdenschutz in den Gemeinden in denen die Anwesenheit von Wölfen vermutet wird. Da in der Gemeinde Reit im Winkl insgesamt 4 Schafe gerissen wurden und Hinweise auf weitere Wolfsrisse vorliegen, wurden folgende Gemeinden ab sofort in die Förderkulisse Zäune aufgenommen:

Samerberg Frasdorf
Aschau i. Chiemgau Schleching
Marquartstein Unterwössen
Reit im Winkl Ruhpolding
Staudach-Egerndach Bergen

Zur weiteren Information folgen Sie diesem Link zum Förderprogramm

Zur Anstellung von Almpersonal

Sommerzeit ist Almzeit
Verfasser: Ilona Barein, Fachkraft für Lohn und Gehalt, BBV Beratungsdienst GmbH

Bald ist es wieder soweit und unsere Tiere dürfen in die „Sommerfrische“ auf die Alm.
Bei der Bewirtschaftung der Almen und Hütten wird oft nicht die bäuerliche Familie selbst tätig, sondern holt sich Unterstützung durch angestellte Sennerinnen und Senner. Was früher ganz einfach war und oft mit Logis und Handgeld geregelt wurde, ist in Zeiten von ausufernden Regelungen, wachsamer Sozialversicherung und Mindestlohngesetz zum Spießrutenlauf geworden. Damit am Ende nicht der Fiskus lacht, bedarf es guter Kenntnisse und klarer Aufzeichnungen. Folgende Möglichkeiten gibt es, Almpersonal anzustellen:

  1. Kurzfristige Beschäftigung oder Saisonbeschäftigung:

    Eine kurzfristige Beschäftigung liegt vor, wenn die Beschäftigung von vornherein auf nicht mehr als drei Monate oder insgesamt 70 Arbeitstage im Kalenderjahr begrenzt ist und außerdem darf diese Beschäftigung nicht berufsmäßig ausgeübt werden, sofern das Arbeitsentgelt 450 Euro im Monat überschreitet.

  2. Berufsmäßige Beschäftigung

    Eine berufsmäßige Beschäftigung liegt vor, wenn die Beschäftigung nicht von untergeordneter wirtschaftlicher Bedeutung für den Arbeitnehmer ist. Die Beschäftigung darf nicht allein für die Sicherung des Lebensunterhalts und Lebensstandards bestimmend sein. Bei einem Arbeitnehmer, der neben der kurzfristigen Beschäftigung noch eine Hauptbeschäftigung oder selbständige Tätigkeit ausübt, liegt generell keine Berufsmäßigkeit vor. Bei Arbeitslosen und Sozialhilfeempfängern wird hingegen grundsätzlich Berufsmäßigkeit unterstellt.

    Für eine kurzfristige Beschäftigung sind pauschale Beiträge vom Arbeitgeber zur Kranken-, Pflege-, Renten-und Arbeitslosenversicherung und Lohnsteuer abzuführen. Kurzfristige Beschäftigte sind jedoch gesetzlich unfallversichert und haben Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, sowie auf finanzielle Absicherung bei Mutterschaft. Der Arbeitgeber zahlt die Beiträge zur gesetzlichen Unfallversicherung, die Umlage U1 und U2 und die Insolvenzgeldumlage.

    Studenten sind familienversichert oder selbst versichert in der gesetzlichen Krankenversicherung mit einem Studentenbeitrag. Eine kurzfristige Beschäftigung auf drei Monate oder 70 Arbeitstage ist somit kein Problem. Der Verdienst ist hier unerheblich. Eine Beschäftigung in den Semesterferien ist ebenfalls versicherungsfrei. Weiterhin können Hausfrauen, Selbständige, Arbeitnehmer mit bezahltem Urlaub, sowie Rentner einer „Kurzfristigen Beschäftigung“ nachgehen.

  3. Mini-Job:

    Alle Minijobber müssen, wie andere Beschäftigungsverhältnisse auch, der Sozialversicherung gemeldet werden. Der Verdienst darf monatlich 450 Euro nicht überschreiten. Die Meldungen sind an die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See zu richten. Der Mindestlohn muss eingehalten werden, das bedeutet, dass das Personal regelmäßig taggenau Stundenaufzeichnungen über die Arbeitszeit aufschreiben muss. Die Beiträge zur Sozialversicherung trägt der Arbeitgeber vollständig. Dazu muss sich der Arbeitnehmer mittels Antrag von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen. Auch Arbeitslose dürfen einen Minijob ausführen. Das Arbeitsverhältnis muss jedoch der Agentur für Arbeit mitgeteilt werden. Beim ALG I gilt ein Freibetrag von 165 Euro.

  4. Midijob:

    Midijobber zählen zur Gruppe der Geringverdiener. Das Entgelt liegt zwischen 450,01 € und 1.300,00 €. Durch die besondere Regelung der Gleitzone wird der Übergang aus einer geringfügig entlohnten Beschäftigung, die nur in der Rentenversicherung der Versicherungspflicht unterliegt, zu einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung für Arbeitnehmer beitragsrechtlich gemildert, da der Arbeitnehmer reduzierte Beiträge zur Sozialversicherung zahlt. Der Arbeitgeberbeitrag hingegen ist aus dem tatsächlich erzielten Lohn zu berechnen.

  5. Arbeiten auf Lohnsteuerkarte

    Verdient ein Arbeitnehmer mehr als 450,00 € im Monat, muss auf Lohnsteuerkarte gearbeitet werden. Für Beschäftigte von 450,01 € bis 1.300,00 € monatlich, ist auf Wunsch des Arbeitsnehmers eine Anstellung in der Gleitzone möglich.
    Achtung Stolperfalle Sachbezüge „Unterkunft und Verpflegung“!
    Sachbezüge gehören zum Arbeitslohn. Deswegen muss auf den Sachbezug Sozialversicherung und Lohnsteuer abgeführt werden.
    Verpflegung 2020 € 258,00 pro Person/Monat
    Unterkunft 2020 € 235,00 pro Person/Monat
    Damit durch den Sachbezug nicht plötzlich die 450 Euro oder die 1.300 Euro-Grenze überschritten wird und der Arbeitgeber allein Steuer- und Sozialversicherungsbeiträge für das Arbeitsverhältnis nachzahlen muss, darf Unterkunft und Verpflegung nicht mit dem Lohn verrechnet werden. Der Gedanke dahinter ist, dass der Mindestlohn auf dem Konto des Arbeitnehmers ankommen muss. Das klingt ein wenig paradox, ist es wohl auch, aber es muss ein extra Werkmietvertrag abgeschlossen und auch die Verpflegung extra bezahlt werden, um dem Mindestlohngesetz genüge zu leisten.

  6. Und über allem schwebt der Mindestlohn!

    Der Mindestlohn im Jahr 2020 beträgt 9,35 je Zeitstunde und gilt für sämtliche Beschäftigungsverhältnisse. Der Arbeitgeber hat Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit spätestens wöchentlich zu notieren und zwei Jahre aufzubewahren. Familienangehörige – Ehegatten, Lebenspartner, Kinder und Eltern des Arbeitgebers – haben keine Aufzeichnungspflicht.

Ein Wort zum Schluss noch zur Haftpflichtversicherung und Unfallversicherung
Die Alm wird regelmäßig in der Betriebshaftpflicht mit versichert sein. Damit sind Schäden abgedeckt, die das Almpersonal an Dritte verursacht. Wenn im Rahmen der Almtätigkeit Arbeits- oder Wegeunfälle auftreten, sind diese in der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft versichert. Ein privater Unfall fällt jedoch nicht unter diese Versicherung.

Bewirtung auf Almen

Öffnung der Außengastronomie ab dem 18. Mai 2020 bis 20.00 Uhr
Öffnung der Innengastronomie ab dem 25. Mai 2020 bis 22.00 Uhr

Das Wirtschaftsministerium hat nun ein „Rahmenkonzept Gastronomie“ vorgelegt – es erlaubt den einzelnen Betrieben die Entwicklung von eigenen Schutz- und Hygienekonzepten.

Die wichtigsten Punkte im Rahmenkonzept sind:

  • Planen Sie die Aufstellung der Tische so weit auseinander, dass zwischen Gästen, die nicht an einem Tisch sitzen, mindestens 1,5 Meter Abstand ist.
  • Familien oder Mitglieder des selben Hausstandes können näher beieinander am selben Tisch sitzen. Entsprechend der seit 08.05. geltenden Kontaktbeschränk-ungen können auch Mitglieder eines zweiten Haushalts am selben Tisch sitzen.
  • Sorgen Sie für ausreichend Mund-Nase-Masken für Ihr Personal.
  • Mund-Nasen-Schutz ist vorgeschrieben für Kellner im Gastraum sowie für Gäste, wenn sie nicht am Tisch sitzen. (z.B. beim Gang zur Toilette).
  • In der Küche ist der Mund-Nasen-Schutz nur vorgeschrieben, wenn der Abstand von 1,5 Metern von Personal zu Personal nicht eingehalten werden kann.
  • Sorgen Sie für ausreichend Desinfektionsmittel.
  • Informieren Sie Ihre Gäste über die neuen Schutzmaßnahmen (Aushang).
  • Sorgen Sie dafür, dass die Abstandsregeln eingehalten werden und bringen Sie ggf. Bodenmarkierungen an.
  • Hilfreich ist es auch, an der Selbstbedienungstheke Schutzscheiben anzubringen.
  • (DEHOGA) Druckvorlagen für Aushang bei Bewirtung:

Aktuelle Informationen erhalten Sie an der Corona-Hotline des Landratsamtes.

Hans Stöckl, Geschäftsführer
Almwirtschaftlicher Verein Oberbayern e.V.
Rudolf-Diesel-Ring 1 a
83607 Holzkirchen

Tel. 08024 46039-9111, Mobil: 0174-7950642

Unser Fernsehtipp

Freitag, 25. Mai, abends um 20:35 Uhr zeigt ARD-alpha das einzigartige 45-minütige Filmdokument “Karwendelalmen oder das Jahr auf der Alm” aus dem Jahr 1956.

Warum treiben Bauern ihr Vieh – auch Schweine sind dabei – durch steiles, unwegsames Gelände auf die Almen? Und wie ist das abgeschiedene Leben der Senner da oben, was schützt sie vor Unwettern und Kälte? Was verdienen sie mit ihrer Arbeit? Die harte Realität bedeutet anstrengende Handarbeit und hat nichts mit der schon damals weit verbreiteten romantischen Verklärung des Lebens auf der Alm zu tun.

Der bekannte bayerische Volksschauspieler und Sprecher Fritz Straßner (“Brandner Kaspar”) spricht die geradezu poetischen Texte dieser Filmdoku.

Wiederholung: Samstag um 22:05 Uhr. rbe

AVO informiert: Aktueller Sachstand zum 20.04.

Zu Corona und Almbewirtschaftung

  • Land- und forstwirtschaftliche Tätigkeiten
    Die im Rahmen der Corona-Pandemie erlassenen Ausgangsbeschränkungen lassen eine land- und forstwirtschaftliche Tätigkeit ohne Einschränkungen zu, wobei natürlich soziale Kontakte möglichst zu meiden sind und auf den notwendigen Abstand zu anderen Personen zu achten ist. Da auch die Almwirtschaft unzweifelhaft zur Landwirtschaft zählt, bleibt auch diese möglich. Das bedeutet, dass mir Beginn der Almsaison auch Tiere auf die Almen verbracht werden dürfen und Almpersonal auf die Hütten gehen darf. Auch hier ist auf die notwendigen Abstände zu anderen Personen zu achten.
  • Bewirtung von Wanderern
    Bezüglich der Bewirtung von Wanderern gelten die gleichen Einschränkungen, wie für die Gastronomie. Kurz gesagt: die Abgabe von Speisen und Getränken zum Mitnehmen ist zulässig, die Bewirtung und der Verzehr vor Ort jedoch nicht. Es sollten auch keine Sitzgelegenheiten zur Verfügung gestellt werden, damit Wanderer nicht verleitet werden, sich unter Missachtung der Sicherheitsabstände niederzulassen.
  • Grenzkontrollen
    Im Rahmen der Bekämpfung der Corona-Pandemie wurden auch beiderseitige Grenzkontrollen an den Grenzübergängen zwischen Bayern und Österreich veranlasst und ein Grenzübertritt nur noch an bestimmten Grenzübergängen ermöglicht. Der grenzüberschreitende Warenverkehr sowie grenzüberschreitendes Reisen aus berufsbedingten Gründen oder zur Ausübung einer Berufstätigkeit zur Durchführung von Vertragsleistungen bleibt – unabhängig von der Staatsangehörigkeit – zulässig.
  • Aus- und Nachweispflichten
    Während für Berufspendler ein zwischen dem Bund und der Republik Österreich abgestimmtes Formular zur Verfügung gestellt wird, müssen Landwirte, die aus berufsbedingten Gründen die Grenze überschreiten müssen, sowohl Reisedokumente (Personalausweis, Reisepass; Führerschein reicht nicht) mitführen als auch geeignete Dokumente/Unterlagen für den Nachweis der Flächenbewirtschaftung vorweisen. Diese Dokumente sind nicht näher geregelt; denkbar wären z. B. Pachtvertrag, Flächen- und Nutzungsnachweis etc.
    Auch Landwirte, die die Grenze zur Bewirtschaftung ihrer Almen in Österreich überschreiten müssen sowie Almpersonal, das auf einer Alm in Österreich arbeitet, sind von dieser Regelung umfasst.

Ich hoffe, Ihre Fragen damit beantwortet zu haben. Bitte beachten Sie, dass sich die Lage und das Ausmaß der Einschränkungen bis Mai ändern können. Meine Aussagen bilden den heute gültigen Sachstand ab. Für Fragen stehe ich aber gerne zur Verfügung.

Hans Stöckl
Geschäftsführer Almwirtschaftlicher Verein Oberbayern e.V.
Tel. 08024 46039-9111, Mobil: 0174-7950642

Widerspruch zum Ausgleichszulage-Bescheid

Widerspruchsfrist bei der Ausgleichszulage beachten

Anfang April haben viele landwirtschaftliche Betriebe die Bescheide zur Auszahlung der Ausgleichszulage für das Jahr 2019 erhalten. Innerhalb von vier Wochen nach Zugang des Schreibens kann bei Bedarf Widerspruch gegen diesen Bescheid erhoben werden.
Jetzt sieht man schwarz auf weiß, dass es durch die Umstellung auf das neue Bezahlmodell in vielen Fällen zu deutlichen Verschiebungen bei der Höhe der Förderbeträge gekommen ist. Insbesondere Bergbauernbetriebe, deren Flächen unter 1000 Höhenmetern liegen, haben deutliche Kürzungen hinnehmen müssen. Die beim aktuellen Auszahlungsmodell zu Grunde gelegte Ertragsmeßzahl (EMZ) allein ist scheinbar nicht geeignet, die tatsächlichen naturräumlichen Benachteiligungen innerhalb des Berggebietes angemessen abzubilden. Viele Bergbauernbetriebe sind durch das neue Modell bis auf den Mindestsatz zurückgefallen, Kürzungen um bis zu zwei Drittel der AGZ-Förderbeträge sind die Folge. Diese Betriebe sind jetzt nicht nur durch die erschwerte Bewirtschaftung auf Grund natürlicher Gegebenheiten benachteiligt, sondern auch durch eine hausgemachte Förderpolitik des Freistaates Bayern.
Wer nach sorgfältiger Überprüfung seines AGZ-Bescheides erwägt, in Widerspruch zu gehen und hierbei Unterstützung braucht, kann sich an den zuständigen Bezirksalmbauern oder die AVO Geschäftsstelle wenden.
Die Behebung der Ungleichbehandlung von Betrieben mit Almflächen und die deutliche Schlechterstellung von reinen Bergbauernbetrieben durch Anpassungen des AGZ Modelles für die Zukunft bilden aktuell den Tätigkeitsschwerpunkt des AVO und der ARGE Bergbauern.

14-Punkte Positionspapier zum Wolf

Der international anerkannte Wildbiologe Dr. Michael Stubbe stellte in seinem Beitrag zum aktuellen Stand der Wolfsdiskussion in der Bundesrepublik Deutschland unter anderem das 14 Punkte umfassende Positionspapier der Gesellschaft für Wildtier- und Jagdforschung vor.
Mittlerweile erhältlich ist auch der Tagungsband zum letztjährigen Wolfssymposium in Halberstadt, bei dem internationale Wissenschaftler aus aller Welt über vier Tage ihre Kenntnisse zum Wolf vorstellten. Auch unser ehemaliger Vorsitzender Georg Mair kam in Halberstadt zu Wort und stellte die Wirtschafts- und Sichtweise der Almwirtschaft und deren Konflikte mit dem Wolf vor.
Bei Interesse kann der Tagungsband zum Preis von 30.- Euro über die Gesellschaft für Wildtier- und Jagdforschung bezogen werden.

Verfassungsmedaille für Georg Mair

Im Rahmen eines Festaktes im Landtag wurden am 7. Februar insgesamt 43 bayerische BürgerInnen mit der Bayerischen Verfassungsmedaille von Landtagspräsidentin Ilse Aigner ausgezeichnet. Darunter auch der langjährige ehemalige AVO-Vorsitzende Georg Mair, der Leserschaft des Almbauer besser bekannt als Schömmer Irgl. In einer Reihe mit Helmut Brunner, Iris Berben oder Luise Kinseher erhielten die Geehrten ihre Medaillen in Gold oder Silber.
Landtagspräsidentin Aigner bezeichnete Mair als Gesicht und Stimme der oberbayerischen Almwirtschaft, der mit Beharrlichkeit und Kompetenz Hervorragendes für die Almwirtschaft geleistet habe. Seiner jahrzehntelangen ehrenamtlichen Tätigkeit zum Erhalt von Natur und Landschaft, sei es als Vorsitzender des Almwirtschaftlichen Vereins, als Kommunalpolitiker oder als Vorsitzender des Fördervereins Bundesminister Josef Ertl und Helmut Silbernagl, gebührt großer Respekt. Die Verfassungsmedaille in Silber ist hierfür ein deutlicher Beweis!
Foto: Rolf Poss | Bildarchiv Bayerischer Landtag